

Sport und körperliche Bewegung als Präventionsmaßnahme bei Krebs:
Wissenschaftliche Untersuchungen haben die Beziehung von
körperlicher Bewegung und
Krebsrisiko geprüft. Die Ergebnisse konnten zeigen, dass
regelmäßiger, jahrelanger Sport und körperliche Bewegung
möglicherweise durch indirekte Mechanismen das Risiko, an Brust-
oder Prostatakrebs zu erkranken, senken kann. Auch für
Dickdarmkrebs gibt es Hinweise, dass körperliche Aktivität ein
Schutzfaktor sein kann. Daneben ist der positive psychologische
Effekt und die antidepressive Wirkung von regelmäßigem Sport und
körperlicher Betätigung belegt. Zahlreiche Untersuchungen sprechen
auch für eine Aktivierung des Immunsystems bei moderater
körperlicher Belastung mit Zunahme der Anzahl und Aktivität von
NK-Zellen, die für die Tumorkontrolle bedeutsam sind. Dagegen hat
sich gezeigt, dass exzessive körperliche Belastung bei
Hochleistungssportlern eher zu einem erhöhten Infektionsrisiko
führt. Bereits frühe Untersuchungen des Sport mediziners van Aaken
ließen vermuten, dass Ausdauertraining bei Läufern einen
Schutzfaktor gegenüber Krebserkrankungen haben könnte.
Sport und Bewegungstherapie in der Rehabilitation:
Nach Abschluss der onkologischen Akutbehandlung leidet ein Großteil der Patienten unter einer Einschränkung der körperlichen Leistungsfähigkeit und ausgeprägter Müdigkeit und Abgeschlagenheit. Diese Beschwerden können sowohl durch die Errankung als auch durch die Folgen der Behandlung verursacht sein und werden von 60 % bis 80 % der Patienten nach Chemotherapie oder Radiotherapie angegeben. Müdigkeit und Abgeschlagenheit (Fatigue) werden aber häufig auch längerfristig (1 – 2 Jahre nach Abschluss der Therapie) beobachtet und schränken die körperliche Bewegungsfähigkeit ebenso wie auch die berufliche Leistungsfähigkeit erheblich ein. Im Rahmen ambulanter oder stationärer Rehabilitationsmaßnahmen kann ein systematisches körperliches Trainingsprogramm die negativen Auswirkungen des Bewegungsmangels verhindern und auch zu einer deutlichen Besserung der Fatigue-Symptomatik beitragen.
Dabei können sich durch das Sport- und Bewegungstherapieprogramm folgende Faktoren ändern:
Verbesserung bzw. Beseitigung funktioneller Einschränkungen
Verbesserung der Herz-Kreislauf-Belastung
Haltungs- und Koordinationsschulung
Verbesserung der Atemfunktion
Schnellere Regeneration der Knochenmarkleistung
Verminderung der Fatigue-Symptomatik
Verbesserung depressiver Symptomatik
Größere Selbständigkeit bei Aktivitäten des täglichen Lebens
Das Sport- und Bewegungstherapieprogramm sowie die Physiotherapie in der Sonnenberg-Klinik in Bad Sooden-Allendorf zeichnen sich durch ein differenziertes, nach individuellem Leistungsvermögen abgestuftes Gruppenprogramm aus. Je nach Funktionsstörungen und festgelegter Belastungsfähigkeit besteht die Möglichkeit eines systematischen Ausdauertrainings.
Besonders geeignet ist hier das Ergometertraining, Crosstraining und Walking unter Anleitung in der Gruppe. Spezifische Gruppen bei Funktionsstörungen helfen, Bewegungsverluste und Funktionseinschränkungen infolge operativer Eingriffe oder nach Radiotherapie zu behandeln und zu lindern sowie die körperliche Leistungsfähigkeit und Körperhaltung zu verbessern.
Neben dem Ausdauertraining spielt in der Sport therapie auch die Förderung von Kraft, Kraftausdauer, Stabilisation und Koordination eine wichtige Rolle. Hierzu stehen in der Sonnenberg-Klinik in einem Sport geräteraum spezielle Hilfsmittel und Maschinen zum Training unter Anleitung zur Verfügung.
Um das in der stationären Rehabilitation Erlernte auch in den Alltag zu übertragen, werden den Patienten Empfehlungen für das weitere ambulante Training mitgegeben. Es besteht die Möglichkeit, die Sport vereine, die Sport in der Krebs nachsorge anbieten, zu nutzen. Ambulanter Rehabilitationssport kann verordnet werden. Geeignete Adressen in Wohnortnähe können den Patienten mitgeteilt werden.
Durch die gezielte, individuell ausgerichtete und intensive stationäre Rehabilitation in einer onkologischen Fachklinik hat der Patient die Möglichkeiten, sein Training selbständig zu Hause fortzuführen und wird motiviert, nach dem Klinikaufenthalt in Sportvereinen, Nachsorgegruppen oder mit Freunden die gesundheitsfördernden Sport- und Bewegungsaktivitäten fortzusetzen.
Wir wünschen Ihnen hierbei viel Spaß und Erfolg.
Ihre Sonnenberg-Klinik
Chefarztsekretariat
Frau Müller
Telefon
05652 54-916
Fax 05652 54-200
E-Mail: mueller@sonnenberg-klinik.de

Chefarzt PD Dr. med. Johannes Zahner
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Aktualisiert am 02.08.2011