

Ernährungshinweise für Patienten nach Magenoperation bei Magenkrebs
Nach einer Magenoperation (Magenteilentfernung) bleibt häufig
nur noch ein kleiner Restmagen bestehen, bei vollständiger
Magenresektion muss der sich anschließende Dünndarm die
Verdauungsaufgaben des Magens übernehmen, was allmählich und
nur teilweise geschieht. Das durch die Salzsäure bedingte saure
Milieu im Magen fehlt. Der kleine Restmagen ist schnell überfüllt,
der obere Dünndarm hat nicht die Speicherkapazität, die der Magen
gehabt hat.
Druck- und Völlegefühl, Aufstoßen, Übelkeit und Erbrechen und
Durchfall sind die Folgen. Der schnelle Übertritt des Speisebreis
in den Dünndarm kann einen als „ Dumpingsyndrom“ bekannten
Beschwerdekomplex auslösen. Kurze Zeit nach der Nahrungsaufnahme,
längstens jedoch nach 1-2 Stunden äußern sich diese Beschwerden in
Form von Schwäche- oder Schwindelgefühl, Schweißausbruch,
Druckgefühl im Oberbauch, manchmal auch Übelkeit und Erbrechen.
Patienten mit Magenkrebs, die sich nach Magenoperation (Magenentfernung) zu einer stationären Rehabilitation in der Sonnenberg-Klinik befinden, werden durch individuelle Ernährung sberatung intensiv betreut.
Nach der operativen Entfernung von Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren ist eine Leichte Vollkost zu empfehlen. Viele kleinere Mahlzeiten über den Tag verteilt sind verträglicher als drei große Mahlzeiten. Wichtig ist, dass Sie langsam essen und Ihre Speisen gut kauen.
Falls Sie einen ungewollten Gewichtsverlust erlitten haben,
können Sie Zusatzergänzungsnahrungen probieren. Diese kleinen
bilanzierten Trinkportionen gibt es in der Apotheke zu kaufen.
Welches Produkt Sie auswählen, hängt vor allem von Ihrem Geschmack
und der Zusammensetzung ab.
Die Kalorienzahl sollte identisch sein mit der Angabe des Volumens
in ml. So z.B. sollte eine 200 ml Portion nicht mehr als 200
Kilokalorien haben. Der Fettanteil höchstens bei 30%
liegen.
Therapeutische Maßnahmen:
Viele kleine Mahlzeiten
Langsam essen und gut kauen
Flüssigkeitsaufnahme nur zwischen, nie zu den Mahlzeiten
Evtl. Mahlzeiten liegend einnehmen
Gezuckerte Speisen meiden
Bei individueller Unverträglichkeit Milch ausschalten
Evtl. Spezialfett mit mittelkettigen Triglyceriden (MCT) verwenden
Folgende Nahrungsmittel sind außerdem nicht empfehlenswert:
Milch, Bohnenkaffee, Knoblauch, Pfeffer, scharfer Senf, Meerrettich, Alkohol, gepökelte und geräucherte Lebensmittel.
Normalerweise bereitet der Magen die Speisen zur weiteren
Verdauung im Dünndarm vor.
Um zuviel Fettausscheidung (weiße, glänzende Fettstühle), bedingt
durch eine unbefriedigende Fettverdauung durch die
Bauchspeicheldrüsenenzyme zu vermeiden, können Verdauungsenzyme in
Granulatform, zu den Mahlzeiten eingenommen werden.
Allgemein sollten nicht mehr als 30% der täglichen
Nahrungskalorienmenge aus Fett bestehen. Dies sind durchschnittlich
max. 60 Gramm Fett insgesamt ( Koch- und Streichfette, sowie
versteckte Fette in Lebensmitteln ) pro Tag.
Die Verwendung von MCT-Fetten (im Reformhaus erhältlich)
sowie eine gleichmäßige Fettverteilung über den Tag ist
empfehlenswert.
Literaturempfehlung:
Herman Mestrom
Essen und Trinken nach Magenentfernung
bonae curae Verlag
ISBN-Nr. 3-930896-04-4
Mit den besten Wünschen für Ihre Gesundheit
Ihre Sonnenberg-Klinik
Chefarztsekretariat
Frau Müller
Telefon
05652 54-916
Fax 05652 54-200
E-Mail: mueller@sonnenberg-klinik.de

Chefarzt PD Dr. med. Johannes Zahner
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Aktualisiert am 02.08.2011